Jörg Konrad, Jazzpodium Juli/August 2008
Peter Rom Trio
Starstruck jwr 02/08
Was für eine Energie. Hätte Peter Rom sein neustes Album “Starkstrom” statt “Starstruck” genannt, es wäre ebenso passend. Der Gitarrist aus Wien, zugleich Gründungsmitglied der Jazzwerkstatt Wien, hat mit seinem Trio ein Manifest integrativer wie zeitgenössischer Jazzkunst eingespielt. Rom experimentiert mit Stilen und Kompositionstechniken, er improvisiert mit der Entschlossenheit eines Überzeugungstäters und zeichnet sich dabei durch eine filigran virtuose Spieltechnik aus. Seine Musik, oder besser die Musik seines Trios ist ebenso hemdsärmelig rustikal wie intellektuell hochnäsig. Sie besitzt eine ordentliche Prise Ironie und gleichzeitig eine verspielte Distanz zu ihren Protagonisten. Rockige Anleihen verkommen auf “Starstruck” nicht zu billigen Attitüden, stille Balladen sind meilenweit von herzerwürgenden Sentimentalitäten entfernt. Seit sechs Jahren besteht diese Trio, zu dem noch der Bassist Raphael Preuschl und der Schlagzeuger Jörg Mikula gehören. Die Batterie im Zusammenspiel dieser drei ist aber noch lange nicht aufgebraucht. Sie laden sich scheinbar gegenseitig auf und wildern mit Lust und Kreativität gemeinsam durch die Landschaft. Viel ist in letzter Zeit über den Jazz im 20. Jahrhundert und sein anschließendes Siechtum palavert worden, Peter Rom macht Mut und lässt mit Optimismus in die Zukunft blicken – egal wie sich die Musik dann nennen mag.
www.nestor.minsk.by/jz/cd/, Leonid Auskern
jazz
Peter Rom Trio
Starstruck
2008 JazzWerkstatt Records
12 tks/ 48 min
(P. Rom – g; Raphael Preuschl – b; Jörg Mikula – dr.)
CD Präsentation JazzWerkstatt Wien
Drei Jahre sind schon seit der Erscheinung des ersten Albums ” Says Who?” des Trios von Peter Rom vergangen. Und nun stellen sich die österreichischen Musiker der Kritik des Publikums über ihre neue Arbeit “Starstruck”, die im Oktober 2007 aufgenommen wurde. Nachdem ich die CD gehört hatte, sah ich in meine Notizen über ihr nun drei Jahre altes Debüt Album (Jazz – Quadrat Nr. 3/06), um die früheren und die heutigen Eindrücke zu vergleichen. Was für Gemeinsamkeiten gibt es in diesen zwei Aufnahmen?
Erstens – der Bestand: Peter, Raphael und Jörg arbeiten so wie früher zusammen und es scheint, dass sie einander überhaupt nicht satt haben.
Zweitens – und das ist wahrscheinlich das wichtigste: das zweite Album ist nicht weniger interessant als das erste. Das Problem des “zweiten Albums” besteht gewöhnlich darin, dass die Musiker schon im ersten Take alles das, was sie mögen, gesagt haben und in der Folge anfangen sich selbst zu zitieren. Dem Trio von Peter Rom ist das zum Glück nicht passiert und “Starstruck” und “Says Who?” unterscheiden sich voneinander. War die erste CD ziemlich eklektisch, steht “Starstruck” im Rahmen einer mehr einheitlichen Konzeption.
Hier würde ich die Elektronik als Kern nennen. Rom und Preuschl verwenden die elektronischen “Tricks” sehr aktiv, damit ändern sie den Klang ihres Instruments manchmal bis zur Unkenntlichkeit. Aber in keinem einzigen der 12 Stücke des Albums ist das Selbstzweck. Die elektronischen Fragmente wechseln sehr oft zu einem mehr natürlichen Klang des Instruments, was man mit dem Effekt der Kalt-warm-Dusche vergleichen kann: sie ermutigt den Zuhörer und fördert seine Aufmerksamkeit. Dabei dient das Schlagzeugspiel von Mikula als eine Achse, um die herum die Klangmetamorphosen der solierenden Instrumente stattfinden.
Rom und Preuschl (auf dieser CD gibt es nur ihre Werke) bauen ihre Kompositionen unterschiedlich. In drei von Raphael Preuschls Stücken (W – Funk, Voodoo Kakadooo, Herb´s Paradise) überwiegt anfänglich der Funk, wie es dem Bassisten auch liegt, bei ihm betont die Elektronik mehr den Rhythmus. Die übrigen Tracks sind aus Peter Roms Hand und er zieht es vor, dem Gitarreklang mit Hilfe der Elektronk etwas kosmisches zu geben, damit der Klang bis zum Himmel reicht. Das und alles erweist sich bei den österreichischen Jazzmen als einfach hinreißend. Die gute Arbeit ist ein sichtbarer Schritt nach vorne im künstlerischen Schaffen.
Leonid Auskern
Michal Balaz, www.skjazz.sk
Der österreichische Komponist, Gitarrist und einer der führenden Persönlichkeiten des Jazzverbands JazzWerkstatt, Peter Rom, hat das Album Starstruck herausgebracht. Auf einer beinahe rockigen Grundlage hält sein Gitarrespiel Jazz, Rock und Funk in der Schwebe. In einem Trio ist es gewöhnlich schwer eine Stimmung bis zum Ende aufrecht zu erhalten, aber in dem fast 50 minütigen Album ist es gelungen.
Vstupenky
(übersetzt von C.P.)
Salzburger Nachrichten 25.08.2007
CLEMENS PANAGL
...Dass die Veröffentlichungen Musik bergen, die zu den aktuell spannendsten Klängen aus Österreich zu zählen ist, belegen darüber hinaus etwa die Trio-CD “Says Who?!” des Gitarristen Peter Rom oder das frisch gepresste Album von Werkstätten-Mitbegründer Salesny mit Herbert Joos, Woody Schabata und Raphael Preuschl, um nur zwei Beispiele zu nennen…
Alfred Krondraf, Concerto 2/2008
Starstruck, jwr02/08
Imperium Romanum
Im Trio, Peter Rom an der Gitarre, Raphael Preuschl am Bass und Jörg Mikula am Schlagzeug, erzählen die drei einfache und komplexe Geschichten aus der Gegenwart in einer modernen Tonsprache deren Poesie aus der Klarheit des Gedankens entspringt. Eine naturgegebenen Aggressivität ist dem Gitarrenspiel von Peter Rom nicht abzusprechen, schärfer als je zuvor klingt es, und wenn es in die rockige Richtung geht, auch dieser Weg steht den Musikern offen, dann spielt schon die Dekadenz eine zerfallenden Reiches oder der Neu- und Umstrukturierung der Welt und ihrer Geschichte eine, wenn auch unbewusste, Rolle. “Herb´s Paradise” ist so ein klassisches Beispiel, nach einem furiosen Dreiklang der Instrumente endet die Nummer mit einem Schlag, in einem Nirgendwo und lässt den Hörer im Niemandsland zurück, jeder hat sich seinen Weg gefälligst selbst zu suchen und zu beschreiten. Imperien sind existent, um zu zerfallen; Peter Rom und sein Trio dekonstruieren auf “Starstruck” nicht, aber sie sind auf dem besten Weg zu einer Neubewertung der musikalischen Gegenwart.
www.mica.at
www.mica.at
Starstruck, jwr02/08
Im Rahmen der Jazzwerkstatt Wien Labelnight stehen am 15. April mit dem Peter Rom Trio und der Clemens Salesny Electric Band zwei der wichtigsten Formationen des Vereins auf der Bühne des Porgy & Bess. Peter Rom nützt die Gelegenheit auch sogleich, um dem Publikum die neue CD „Starstruck” zu präsentieren.
Peter Rom zählt ohne Zweifel zu den vielseitigsten Gitarristen des Landes. In den Musikern Raphael Preuschl (Bass) und Jörg Mikula (Schlagzeug) hat er jene Mitstreiter an seiner Seite, mit denen er in der Lage ist, seine musikalischen Visionen zu verwirklichen. Das Trio pendelt dabei in atemberaubender Improvisation zwischen den Polen Jazz und Indie-Rock hin und her und entwirft unzählige Soundlandschaften, die zu allen Seiten offen erscheinen. Großes Augenmerk legt Peter Rom dabei auch auf den Groove, der sich fortwährend seinen Weg durch die einzelnen Stücke bahnt. Erst bei der letztjährigen JazzWerkstatt konnte das Trio das Publikum mit seinem ungewöhnlichen Programm „Electro“ überzeugen. Man darf also gespannt sein, welche neuen Richtungen das neue Album „Starstruck” einschlägt.
Ein Konzert mit überraschenden Wendungen verspricht auch die musikalische Darbietung der Clemens Salesny Electric Band zu werden. Ausgangspunkt bilden dabei die Miles Davis-Einspielungen „Bitches Brew“ und „Jack Johnson“ aus den frühen siebziger Jahren. Soundtechnisch an diese angelehnt begibt sich Clemens Salesny gemeinsam mit seiner Band, der an diesem Abend auch Peter Rom angehört, auf eine Reise, die ihn durch die breite Welt der Improvisation führt. Wo das Ziel dieser angesiedelt ist, lässt sich nicht vorhersagen. Und genau das wohl auch das spannende an der Sache.(mt)
Carina Prange, www.jazzdimensions.de
Peter Rom Trio "says who?!", jwr 02/05"Says Who?!" ist ein Album, welches auf – wie es ausdrücklich heißt – "nicht-digitaler Ebene" die Grenzen der instrumentalen Möglichkeiten auslotet (wie das Coverfoto humorig andeutet). Mal begeben sich Rom und seine zwei Bandgenossen Raphael Preuschl (b) und Jörg Mikula (dr) in die Rockwelt, mal toben sich die Musiker selbstvergessen in freier (jazziger?) Improvisation aus. Bei allem aber ist das Markenzeichen des Trios eine Spritzigkeit und Unverbrauchtheit die sich die drei Musiker hoffentlich noch lange erhalten können.
Phantasie und Einfallsreichtum bestimmen das Repertoire der Band. "Says Who?!" ist ein eindrucksvolles Erstlingswerk, bei dem selbst die Titel der Stücke ihren eigenen Witz aufweisen: "Kafka´s Humor", "Uarrgh" und "Nebulos" seien als Beispiele genannt.
Heimspiel 09, Herbert Uhlir (Leiter der Ö1 Jazzredaktion) übers Peter Rom Trio
...Die Musik des Trios ist relaxt und gleichzeitig sehr dynamisch. Die Drei sind Meister des Timings…
Leonid Aiskern
Peter Rom Trio :: Says Who?!c 2005 JazzWerkstatt Records
11 tks / 48 mins
(P.Rom - g; Raphael Preuschl - b; Jörg Mikula - dr;)
CD vorgestellt bei der JazzWerkstatt Wien
In der vorjährigen Ausgabe (SM.Nr.6/05) hatten unsere Leser die Möglichkeit das Doppelalbum der Teilnehmer des österreichischen Jazzfestivals "JazzWerkstatt Wien - 2005" kennenzulernen. Jetzt haben österreichische Partner uns liebenswürdiger Weise das Konzept der Initiatoren ihrer "JazzWerkstatt" vorgestellt. Darunter auch die Arbeit des Peter Rom Trios.
Die Musiker des 2002 gegründeten Trios sind recht jung - sie sind in den 70er Jahren geboren - und alle haben eine musikalische Hochschulbildung. Zusätzlich absolvierten Peter Rom und der Schlagzeuger Jörg Mikula das Berkeley - College in Boston. Says Who?! ist das Debüt - Album der Gruppe. Alle Kompositionen der CD haben Rom und der Bassist Raphael Preuschl geschrieben. Die Aufnahmen fanden Ende 2004, Anfang 2005 in einem Wiener Studio statt, nur der Titel Falling Down stammt von einer Konzertaufnahme beim gleichen Festival "JazzWerkstatt", das wir schon erwähnten. Von dem reichhaltigen Angebot an Gruppen dort erschien mir das Peter Rom Trio als eine der interessantesten. Die CD hat den ersten Eindruck nicht verwischt, im Gegenteil, die Technik der Musiker, das Niveau der Kompositionen von Rom und Preuschl bestätigen ihn und das
perfekte Zusammenspiel zeugt vom hohen Standard dieser österreichischen Jazzmusiker.
Die Musik der Gruppe ist vielfältig, entweder sind die Burschen noch auf der Suche nach ihrem Lieblingsstil oder sie haben die Polystilistik zur Grundlage ihres Schaffens gemacht. Die Kompositionen des Albums vereinigen auf äußerst sympathische Weise Elemente von Free-Jazz, Funk, Rock-Musik und Postbop. Darüber hinaus hat der Titel Offshore offensichtlich einen orientalischen Anklang. In der Musik des Trios ist jedenfalls Spannung, die richtige Dynamik, Gestaltungskraft und Ausdrucksstärke - unmöglich, das alles beim Anhören von Says Who?! nicht zu empfinden. Ich denke, dass der, welcher der Musik des Peter Rom Trios begegnet, meine Meinung teilen wird.
Übertragung ins Deutsche: Hania Preuschl
Leonid Aiskern